IT-Litigation

Kennzeichnungspflicht von Influencern

Influencer auf Instagram, Youtube etc finden sich immer wieder in Streitigkeiten um die Kennzeichnung ihrer Werbekanäle. Der Influencer oder die Influencerin hat natürlich ein Interesse daran, dass alle Beiträge möglichst neutral und natürlich dargestellt werden. So haben die neuesten Schuhe des ehemaligen Kampfsportartikelherstellers „Under Armour“ einfach die allerbesten Eigenschaften, sind super bequem und überhaupt ist alles aus diesem Hause wärmstens zu empfehlen, folgt man der Darstellung der supersportlichen Influencerin auf Instagram. Dass die Dame für die Werbung bezahlt wird, findet weder auf der „Story“ noch sonst wo Erwähnung. Dass dies nach deutschem Recht einen Wettbewerbsverstoß nach § 5a UWG darstellt, mag die Dame im konkreten Fall nicht stören (sie führt ihre Geschäfte in Mexiko), ist aber für die hierzulande unternehmerisch tätigen Influencer sehr wohl relevant.

Nun wird der I. Zivilsenat des BGH am 29.7.2021 in drei Verfahren über die Frage entscheiden, ob Influencer verpflichtet sind, ihre Instagram-Beiträge als Werbung zu kennzeichnen.

Dabei geht es um Bilder der beklagten Influencer mit sog. „Tap Tags“. Klickt man auf das mit „Tap Tags“ versehene Bild eines Instagram-Beitrags (Story, Reel), erscheinen die Tags, welche die Marken der Hersteller von Produkten enthalten, die in der Regel auf dem jeweiligen Bild zu sehen sind. Durch einen Klick auf einen „Tap Tag“ wird der Nutzer auf das Instagram-Profil des jeweiligen Unternehmens weitergeleitet. Der hiergegen klagende Verein sieht darin eine unzulässige Schleichwerbung und nimmt die Beklagten jeweils auf Unterlassung und Ersatz einer Abmahnkostenpauschale in Anspruch.

Ist ein Instagram-Auftritt in der Weise gestaltet, dass bei einem Klick auf die präsentierten Bilder die Marken bzw. Namen der Hersteller der im Auftritt getragenen Kleidung erscheinen und bei einem weiteren Klick hierauf die Präsentation des jeweiligen Herstellers erscheint, liegt eine objektive Eignung zur Förderung des Absatzes, also Werbung vor, so die Vorinstanz.

Wir dürfen gespannt sein auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs.

Related Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.